Verlosung im Rahmen der Jugendhilfeplanung

Im Rahmen der Jugendhilfeplanung führte die Stadt Weiden im November eine Befragung Jugendlicher aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen durch. An der Wirtschaftsschule Weiden nahmen die Klassen der 7. Und 9. Jahrgangsstufe teil. Ziel der Befragung war es, Informationen über das Sozial- und Freizeitverhalten sowie die Wohnsituation der Jugendlichen zu erhalten, um eine passgenaue und zukunftsorientierte Jugendhilfeplanung aufstellen zu können.

Als kleines Dankeschön für die Beteiligung war auch eine Verlosung mit der Umfrage verbunden. Am Dienstag, 14.12.2021, fand die Ziehung der Gewinner durch Herrn Oberbürgermeister Jens Meyer statt. Sieben Schülerinnen und Schüler der Gustl-Lang-Schule gehören zu den glücklichen Gewinnern.

Heute wurden Ihnen die Gutscheine durch Frau Eck, Organisatorin der Umfrage unserer Schule, und Frau Auer-Bertelshofer überreicht.

Herzlichen Glückwunsch zu einem wahrscheinlich unverhofften Weihnachtsgeschenk.

Gewinner:

7AG

Grychnik, Eleonora

Schmid, Sophia (nicht anwesend)

7B

Dobmeier, Anna

Manze, Emelie

9B

Höfler, Sandra

Forster, Daniel

Reuter Larissa (nicht anwesend)

Gustl-Lang-Schüler beschenken Senioren der Weidener Tafel

„Tätige Nächstenliebe ist ein Dienst an den eigenen Mitmenschen“. In diesem Sinne sollte die diesjährige weihnachtliche Spendenaktion der SMV, anders als in den vergangenen Schuljahren, in denen die Staatliche Wirtschaftsschule Weiden die Weihnachtstrucker-Aktion der Johanniter unterstützte, hilfsbedürftigen Menschen in der Region zugutekommen. Daher setzten sich die Schülersprecherinnen und Schülersprecher gemeinsam mit den Verbindungslehrkräften mit der Weidener Tafel in Verbindung und vereinbarten mit dem Vorsitzenden Herrn Josef Gebhardt die Unterstützung für Seniorinnen und Senioren aus Weiden, die regelmäßig die Tafel besuchen. Um diesen das Weihnachtsfest zu verschönern, stellten die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen sowie Mitarbeiter der Schulfamilie Päckchen, bestehend aus einer Falsche Kinderpunsch, Gebäck, Orangen, Äpfeln und Schokolade, zusammen. Als persönlichen Gruß an den Beschenkten wurde nicht nur eine unterschriebene Weihnachtskarte beigelegt, sondern die Tüten auch mit selbstgebastelten Sternen verziert. So konnten am 16.12.2021 erfreulicherweise etwa 60 Päckchen an die Weidener Tafel übergeben werden. An dieser Stelle möchte sich die SMV gemeinsam mit den Verbindungslehrkräften für die tatkräftige Unterstützung und den Einsatz bei allen bedanken und wünscht der gesamten Schulfamilie ein ruhiges, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2022.

Workshop der 9aG zum Thema „Bloggen gegen Rassismus“

Kurz vor den Weihnachtsferien absolvierte die Klasse 9aG der Wirtschaftsschule Weiden einen Workshop zum Thema „Bloggen gegen Rassismus“. Dazu wurde von der Organisation „Arbeit und Leben“ der Blogger und Journalist Said Rezek nach Weiden eingeladen. Said Rezek selbst bloggt und verfasst Artikel regelmäßig zu den Themen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit. Herr Rezek leitete gekonnt durch den kurzweiligen Workshop und brachte den Schülerinnen und Schülern das Thema Bloggen näher. Er ermutigte sie, vor allem in Sozialen Netzwerken, dem Rassismus entgegenzutreten. Wie man das tun kann, war Gegenstand des Tages und wurde von den Schülerinnen und Schülern sehr engagiert während des Workshops erarbeitet. Dass Rassismus auch bei unscheinbaren Situationen auftreten kann, wurde den Teilnehmern zu Beginn anhand eines Posts einer Frau aus Wien vor Augen geführt, die am Neujahrstag ihr Baby bekommen hat. Diese Frau wurde daraufhin in den Sozialen Medien aufs Schlimmste rassistisch beleidigt, nur weil sie ein Kopftuch trug. Jedoch traten sehr viele engagierte Menschen diesen schlechten Kommentaren entgegen und antworteten auf diesen Post positiv. Nachdem die Schülerinnen und Schüler so für das Thema sensibilisiert worden waren, konnten sie nach einer kurzen theoretischen Einführung gleich selbst tätig werden. Als sogenannte iPad-Klasse, bei der allen Schülern für die tägliche Arbeit im Unterricht iPads zur Verfügung gestellt wurden, waren die Schülerinnen und Schüler somit sehr gut dafür vorbereitet. Sie machten sich sofort auf ihren Tablets an die Arbeit und erstellten in Gruppen jeweils ein Listicle – zusammengesetzt aus „list“ und „article“ – zum Thema „5 Punkte, wie jeder gegen Rassismus vorgehen kann“. Nach dem anschließenden theoretischen Teil erstellte jeder der Schülerinnen und Schüler einen Blogbeitrag für soziale Medien, in dem eine persönliche Erfahrung mit Rassismus geschildert und angeprangert wird. Beide Arbeitsaufträge wurden von den Lernenden mit sehr großem Engagement erledigt und die Ergebnisse waren durchweg beeindruckend. Der kurzweilige Workshop endete mit sehr positiver Resonanz und Feedback an Herrn Rezek.

Peter Messbauer

Weihnachtspost

Die Klasse 7b verschickt Weihnachtspost an die Seniorinnen und Senioren, die im Diakonischen Werk in Weiden leben.

Im Deutschunterricht haben die Schülerinnen und Schüler den Aufbau eines Briefes gelernt und Weihnachtsgrüße verfasst. Die schön gestalteten Karten und Briefe werden an ältere Menschen in der Pflegeeinrichtung in der Sebastianstraße weitergeleitet, die sich in der pandemiebedingt schwierigen Adventszeit besonders einsam fühlen könnten. Die Klasse 7b hat gedichtet, gemalt und Grüße versendet, um den Seniorinnen und Senioren an Weihnachten eine Freude zu machen.

Lena Rauh, Klassenleitung 7b

Damals wie heute? – Theateraufführung des Projekts „ReMember“ im JUZ für Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule Weiden

„Merkt euch: In Deutschland ist Judenhass nicht erlaubt! Juden sind bei uns okay!“ In einer Theaterszene werden zwei jungen Geflüchteten die Regeln eingebläut, sie nicken eifrig. Antisemitismus ist hierzulande wohl ein rotes Tuch. Was das ist, und was man wirklich dagegen tun kann – da scheint sich die Gesellschaft nicht so sicher zu sein…

„Damals wie heute?“ heißt das Theaterstück, das 2021 im Rahmen des Projekts „ReMember“ entstanden ist und im JUZ Weiden vor Schulklassen aufgeführt wurde. Über den Sommer haben die 11 Schülerinnen und Schüler viel Freizeit geopfert, um so weit zu kommen. Zusammen mit einem Team von der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und der Berliner Initiative „MIND prevention“ haben sie sich in Workshops, Gedenkstättenbesuchen und gemeinsamen Wochenenden mit ihrer eigenen und der deutschen Geschichte beschäftigt. Die Inszenierung zeigt, welche Reise sie zurückgelegt haben, und fordern die Zuschauer kritisch-provokant zum Streitgespräch auf: Wie wirkt das, was im Nationalsozialismus geschehen ist, heute noch weiter? Und wie ehrlich sind wir uns als Gesellschaft in der Auseinandersetzung damit?

60 Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule verfolgen die ca. halbstündige Darbietung gespannt: Das Theater wirft Fragen über Zivilcourage damals und heute auf: Wer schaut hin, wer mischt sich ein – und wer bleibt unbeteiligt und tut nichts, obwohl sich das Leid direkt vor den eigenen Augen abspielt? Besonders eindrücklich ist das Stück auch deswegen, weil die Schauspielerinnen und Schauspieler darin eigene Erfahrungen aufgreifen und verarbeiten. Alle sind bereits mit Ausgrenzung und Diskriminierung in Berührung gekommen, gerade die Geflüchteten in der Projektgruppe haben Gewalt und Verfolgung hautnah erlebt.

Im Anschluss an die Aufführung geben die elf Darstellerinnen und Darsteller den Raum zum Gespräch über das Stück, ihre persönlichen/eigenen Motivationen, Geschichten, und Lernprozesse. Die Fragen aus dem Publikum zeigen, dass die Aufführung etwas bei ihnen ausgelöst hat. Die Neugier auf die Themen und die Auseinandersetzung mit Geschichte ist spürbar.

Die Gruppe plant eine Tournee in Bayern und nächstes Jahr in ganz Deutschland mit ihrem Theaterstück und möchte die Zuschauer zum Nachdenken bringen. Mina Ahmadi aus dem Projekt sagt, was sie vermitteln will: „Wir müssen die Stimmen der anderen sein! Jeder von uns soll die Wahrheit wissen und immer gegen Hass, Diskriminierung und falsche Theorien kämpfen“.

Aktion zum Welt-aids-tag

Bei den Schülerinnen und Schüler der 9., 10. und 11. Klassen stand letzte Woche ganz im Zeichen des Weltaidstags. Der jährlich stattfindende Aktionstag, der nun seit knapp 30 Jahren begangen wird, zielt darauf ab, die Rechte der HIV-positiven Menschen weltweit zu stärken, zu einem Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung aufzurufen und derer zu gedenken, die an den Folgen von HIV und AIDS verstorben sind.

Daher waren die Aufklärung über HIV und AIDS sowie der Appell zu mehr Toleranz zentrale Bestandteile der Aktion. In einem kurzen Videoclip erfuhren die Schülerinnen und Schüler, was der Unterschied zwischen HIV und AIDS ist, wie das Virus übertragen wird und dass trotz medizinscher Fortschritte immer noch viele Menschen in Deutschland an den Folgen von HIV oder AIDS sterben, obwohl es vermeidbar wäre. Zusätzliche Informationen bekamen die Schülerinnen und Schüler in Form von kleinen Infopäckchen, die das Gesundheitsamt Neustadt-Weiden extra anlässlich des Aktionstages zusammengestellt hat und die sie bei der Schulsozialpädagogin Frau Eck abholen konnten. Verschiedene kreative Sprüche auf den Päckchen lockerten die Stimmung auf und führten dazu, dass es trotz des sensiblen Themas seitens der Jugendlichen keine Berührungsängste gab. Ganz im Gegenteil, die Aktion fand bei den Schülerinnen und Schülern so großen Anklang, dass gleich nach Start der Aktion die Hälfte aller Päckchen vergriffen war.

Katharina Eck, Schulsozialpädagogin

Erfolgreich bewerben

Die neunten Klassen der Staatlichen Wirtschaftsschule Weiden erhielten im Rahmen eines Vortrags im BSK-Unterricht Informationen über die Berufsfindung, zum Aufbau einer Bewerbungsmappe sowie hilfreiche Tipps für das Vorstellungsgespräch und das Assessment Center. Der Referent Wolfgang Lindner der AOK in Weiden gab den Schülerinnen und Schülern wichtige Tipps und Tricks rund um den Bewerbungsprozess mit auf den Weg.

Der Referent schilderte praxisorientiert, worauf bei Bewerbungen Wert gelegt wird. „Seid ehrlich! Kennt eure Schwächen und Stärken und steht dazu, die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber wollen euch kennenlernen, so wie ihr wirklich seid.“, so Lindner. Deswegen sei es auch so wichtig, die eigenen Eignungen und Neigungen herauszufinden, zum Beispiel mit Tests oder der Fremdeinschätzung durch Familie und Freunde.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung erklärte Wolfgang Lindner den Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern, was hinter den Fragen im Vorstellungsgespräch steckt. Außerdem beschrieb er, wie ein Assessment Center aufgebaut ist, mit welchen Übungen zu rechnen ist und wie man sich am besten verhält. Jedes Unternehmen lege auf unterschiedliche Fähigkeiten wert, aber sehr häufig stehe die Teamfähigkeit im Vordergrund: „Zeigt, dass ihr mit Anderen zusammenarbeiten könnt und bezieht auch eure Konkurrenz mit in die Gruppendiskussion ein. Da könnt ihr punkten, wir brauchen Teamplayer!“.

Die Schülerinnen und Schüler konnten dank dieser gelungenen, praxisnahen Veranstaltung die im BSK-Unterricht erworbenen Kenntnisse vertiefen und starten gut vorbereitet in die Bewerbungsphase.

Lena Rauh

Lesung Dominik Bloh: Unter Palmen aus Stahl

Alle Schüler und Schülerinnen der zweistufigen Wirtschaftsschule hatten die Gelegenheit im JUZ an einer Lesung des ehemaligen Obdachlosen und heutigen Buchautors Dominik Bloh teilzunehmen. In seiner Autobiographie „Unter Palmen aus Stahl“ schildert er seine Erfahrungen mit dem Leben auf der Straße. Er berichtet von Momenten, die ihm das Leben noch zusätzlich schwerer gemacht haben, aber auch von Begebenheiten, die ihm wieder Hoffnung schenkten.

Bereits mit 16 Jahren wurde Dominik nachts und bei Schneefall mit einem Koffer in der Hand von seiner Mutter auf die Straße gesetzt. Seine kranke Mutter legte die Vormundschaft für ihn ab, damit hatte er keinen gesetzlichen Vertreter. Lehrer und Vertrauenslehrer, denen er sich anvertraute, hatten keine Zeit und nannten ihm nur die Adresse eines Jugendheims. Dominik pendelte zwischen Jugendheim und Familienbehörde, aber niemand war für ihn, einen jungen Heranwachsenden, zuständig bzw. nahm sich seiner an. Das Schwimmbad diente ihm als Rückzugsort, wo er sich aufwärmen und duschen konnte. „Du bist der hygienischste Obdachlose, den ich kenne“, sagte einmal ein Mitarbeiter der Familienbehörde zu Dominik. Nachts hielt er sich oft in einem 24-Std. Schnellrestaurant bei einem 1,00 € Burger auf. Hier schlug er immer die Obdachlosenzeitung auf und löste beispielsweise Kreuzworträtsel, nur um nicht einzuschlafen, ansonsten hätte ihn die Security rausgeworfen. Die Obdachlosenzeitung half ihm z. B. zum Wachbleiben und Lesen, als Alibi im Schnellrestaurant, als Vorlage um sich in Phantasiewelten flüchten zu können und als Schutz vor Wind und Regen. Bereits in dieser Zeit fing er an zu schreiben. Auf jeden kleinen Zettel notierte er seine Lebensgeschichte. Dominik hat auf der Straße sein Abitur gemacht. Ein Grund, warum er es trotz der widrigen Umstände geschafft hat, war, dass die Schule für ihn ein warmer sowie sicherer Raum von 8:00 bis 13:00 Uhr war und er deshalb versuchte regelmäßig hinzugehen. Es war für ihn wichtig noch etwas zu sein – ein Schüler zu sein.

Schreiben gab ihm schon damals halt. Heute verdient er damit seinen Lebensunterhalt und kann sich eine eigene Wohnung finanzieren. Mit dem festen Wohnsitz hatte er es aber noch nicht geschafft. Rechtsanwaltsschreiben und Inkassobüros konnten ihn nun postalisch erreichen. Schulden aus der Zeit der Obdachlosigkeit „flogen ihm um die Ohren“, so der ehemalige Obdachlose und es verlangte ihm nochmal so viel Kraft ab, nicht wieder in die Armut abzurutschen. Er appellierte an die Schüler und Schülerinnen keine Schulden zu machen, denn diese holen einen immer wieder ein. „Hört auf euer Herz. Ihr seid jung und könnt die Welt zu verändern.“ Die Geschichte des ehemaligen Obdachlosen ging allen Anwesenden unter die Haut. Aber er machte den Schüler und Schülerinnen auch Mut. Wenn man manchmal denkt, es kommt nichts mehr, es ist aussichtlos und man hat keine Perspektive, sollte man nicht die Hoffnung aufgeben. „Solange man ist, geht es weiter! Alles was wir machen strahlt auf uns zurück. Wir bzw. ihr seid die Veränderung.“, so der Buchautor.

Sonja Messer

Staatliche Wirtschaftsschule Weiden i.d.Opf.